30. Tag: 30.09.2014 ~ NAHRUNG

Stadtausruf von Wilm Weppelmann am 30.9.2014: “essen essen immer schneller essen  schlafen fressen essen und bald haben wir die ganze welt gegessen schlafen fressen essen alle meere leer gegessen und wir haben immer noch hunger hunger”

Zahlen &  Zitate

“Die Weltlandwirtschaft könnte problemlos 12 Milliarden Menschen ernähren. Das heißt, ein Kind, das heute an Hunger stirbt, wird ermordet.” – Jean Ziegler, aus: We Feed the World, 2005; Artikel “Das tägliche Massaker des Hungers – Wo ist Hoffnung?” metall Nr. 5/2006

“Vergesset nie, wie Hunger und Mangel ein Elend sind, auf dass ihr mitleidig werdet gegen den Armen, und wenn ihr einen Mundvoll Überflüssiges habt, es ihm gerne gebet.” Johann Heinrich Pestalozzi (1746 – 1827)

Aspekt: Madagaskar: Kochstunde im verlorenen Paradies

Es fehlt an Essen – aber auch an Wissen um gesunde Ernährung

Auf Madagaskar im Indischen Ozean stehen die Zeichen auf Rückschritt, denn Armut, Unter- und Mangelernährung steigen. Die Welthungerhilfe hält dagegen – in vier Distrikten sorgt sie dafür, dass nicht Hunger und Elend wachsen, sondern Gemüse und Verdienstmöglichkeiten. 7.000 Familien im Südosten der Insel krempeln die Ärmel hoch und sind mit aller Kraft dabei. In Kochkursen oder durchs Radio erfahren sie, wie wichtig gesundes Essen gerade für ihre Kinder ist. Madagaskar? Das ist doch dieses tropische Naturparadies: Tiere und Pflanzen, die nur hier und nirgends sonst vorkommen, dichte Regenwälder, herumtollende Lemuren und kilometerlange Sandstrände. Ein Bild, das jeden Tag weniger zutrifft, denn weite Waldflächen haben die Bewohner in ihrer Not bereits gerodet, um dort Nahrungsmittel anzubauen und das Holz zu verfeuern.

Drei von vier Einwohnern sind in der Landwirtschaft tätig, jedoch mit Werkzeugen und Anbautechniken, die nicht einmal genügend Ernte für den Eigenbedarf ermöglichen. Weltweit gehört Madagaskar mit knapp 49 Prozent zu den Ländern mit der höchsten Rate an chronischer Unterernährung – jedes zweite Kind ist betroffen. Zum einen haben die Menschen einfach nicht genügend zu essen, zum anderen ernähren sie sich oft aus Unwissenheit oder kulturell begründet zu einseitig. Über 75 Prozent der Bevölkerung leben von weniger als einem Dollar pro Tag. Den Wald zu erhalten bedeutet mehr als Bäume zu pflanzen Der Schlüssel zu einem Ausweg liegt in der Landwirtschaft, und so setzt die Welthungerhilfe alles daran, diese effektiver zu gestalten.

„Vor allem in den Tälern der Insel könnte so vieles gedeihen, doch meist liegen die fruchtbaren Flächen brach“, erklärt Caroline Peyre, Länderreferentin für Madagaskar bei der Welthungerhilfe. Doch bald schon werden hier auf neuen Feldern Reis,Maniok, Yams, Süßkartoffeln und Bohnen gedeihen. Einige der Felder dienen dazu, hochwertiges Saatgut zu vermehren. Es sind Demonstrationsfelder, auf denen interessierte Bauern moderne Anbautechniken für bessere Ernten erlernen. Und dafür gibt es gute Chancen, denn da die kahlen, abgeholzten Hänge nun mit Obstbäumen wie Mango oder Litschi aufgeforstet werden, rutscht die Erde bei Regen nicht mehr ab und verschlammt nicht mehr die Felder im Tal.

Nach und nach werden die Familien zudem auf Öfen umsteigen, die weniger Holz benötigen und auch damit den Baumbestand schützen. Im Schatten der Bäume bauen die Bauern Gemüse wie zum Beispiel Bohnen an, das zusammen mit den Früchten eine gute Verdienstmöglichkeit bietet und endlich mehr und vitaminreiches Essen bedeutet. Ein bewährtes Konzept macht Schule Mehr zu essen aber ist nicht genug, es muss auch nahrhaft sein. Doch was bedeutet das? Kochkurse und Radiosendungen vermitteln den Dorfbewohnerinnen, woraus sich eine Mahlzeit zusammensetzen sollte, damit sie Kinder und Eltern gesund erhält.

Solche Ernährungsberatungen haben sich schon in anderen Projekten auf Madagaskar bewährt, wie in Nosy Varika. „Früher haben wir fast nur Reis gegessen. Das ist einfach immer schon so gewesen. Jetzt weiß ich, dass zum Beispiel Chinakohl, Erdnüsse, getrocknete Fische und Öl dazugehören“, sagt Kursteilnehmerin Francine. Ihren Kindern sieht man an, dass das Konzept aufgeht.

Angemerkt: Diese Beispiele für Projekte und Entwicklungshilfeinitiativen sind mit Sorgfalt zusammengestellt, aber Hinweise auf weitere Aspekte werden gerne aufgegriffen und hier verarbeitet.

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